Eisen im Serum

Kategorie Laboruntersuchung
Stand13.09.2022
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeFerrozin
Material
0,5 ml Serum (hämolysefrei)
Richtwert
Männer
 bis 25 Jahre:  40 - 155 µg/dl
 bis 40 Jahre:  35 - 168 µg/dl
 > 40 Jahre:    40 - 120 µg/dl
Frauen
 bis 25 Jahre:  37 - 165 µg/dl
 bis 40 Jahre:  23 - 134 µg/dl
 > 40 Jahre:    39 - 149 µg/dl
Kinder
 bis 2 Wochen:  63 - 201 µg/dl
 bis 6 Monate:  28 - 135 µg/dl
 bis 1 Jahr:    35 - 155 µg/dl
 bis 12 Jahre:  22 - 135 µg/dl
Zusatzinformation
Hintergrund
Das Körpereisen, ca. 40 - 60 mg/kg, liegt bei Erwachsenen zu fast 70 %, bei Kindern zu 75 % an Hämoglobin gebunden vor. 10 - 15 % finden sich als funktionelles Gewebeeisen in Myoglobin, Hämproteinen und Enzymen, 15 - 20 % als Speichereisen gebunden in Ferritin (leicht mobilisierbar) und Hämosiderin (wasserunlöslich). Nur 0,1 % des Körpereisens zirkulieren als Transportform im Plasma an Transferrin gebunden.
Der interne Eisenumsatz durch Hb-Synthese und -Abbau liegt mit 20 - 30 mg/d wesentlich höher als der tägliche externe Eisenverlust und -bedarf (0,7 - 2 mg). Die Resorptionsquote im oberen Dünndarm, die normalerweise 5 - 10 % beträgt, steigt bei Eisenmangel deutlich an.
 
Bewertung
Der messbare Eisenspiegel im Serum zeigt ausgeprägte Schwankungen im Tagesverlauf sowie von Individuum zu Individum. Ferner ist er abhängig von zahlreichen Faktoren, wie
  • der Zufuhr (Nahrung, Resorptionsfähigkeit, Transfusionen etc.)
  • der Verschiebung von Eisen in Zellen des RHS (z. B. bei Infekten, chronischen Entzündungen)
  • Verlusten über den Darm und Urin
  • die Konzentration Eisen-bindender Serum- und Speicherproteine, wie Transferrin und Ferritin
  • der Freisetzung von Eisen aus Zellkompartimenten (z. B. Hepatitis)
  • genetischen Faktoren (hereditäre Hämochromatose)
 
Zur Beurteilung des Eisenstatus ist daher die Bestimmung von Ferritin, Transferrin und Transferrinsättigung wesentlich aussagekräftiger (siehe unter den jeweiligen Parametern)! Bei Verdacht auf eine hereditäre Hämochromatose sollte eine Gendiagnostik zur Diagnosestellung durchgeführt werden.