Malaria

Plasmodium

Kategorie Lexikon
Stand28.03.2024
Abrechenbarkeit EBM
Enthaltene Parameter
Malaria-Direktnachweis (Blutausstrich und Dicker Tropfen); Malaria-Anti­gen-Nachweis; Malaria-Antikörper
Zusatzinformation
Erreger
Malaria wird durch Protozoen der Gattung Plasmodium hervorgerufen, die fünf humanpathogene Spezies umfasst: P. falciparum (Erreger der Malaria tropica), P. malariae (Erreger der Malaria quartana), P. ovale und P. vivax (Erreger der Malaria tertiana) und, seit kurzem, P. knowlesi (morphologisch ähnlich P. malariae, Vorkommen in Südostasien).
Nach Infektion vermehren sich zunächst die Sporozoiten der Plasmodien in der Leber (ca. 1 Woche). Von hier in die Blutbahn gelangte Merozoiten befallen die Erythrozyten. Nach Entwicklung zu Trophozoiten und Schizonten kommt es zum Zerfallen der Erythrozyten mit den klinischen Folgen von Anämie und Fieberschüben.
 
Infektionsweg und Verbreitung
Plasmodien werden mit dem Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen und sind weltweit in den Tropen und Subtropen verbreitet. Pro Jahr werden ca. 600 Fälle nach Deutschland importiert, in der Mehrzahl P. falciparum-Infektionen aus Afrika.
 
Klinik
  • Inkubationszeit: mind. 5 Tage, bei Malaria tropica im Mittel 12 Tage, bei Malaria tertiana 12 - 18 Tage, zum Teil bis zu Monate
  • Fieberhafte Erkrankung mit Schüttelfrost und Spleno-/Hepatomegalie. Malaria tropica geht oft mit schwerer Anämie, Ikterus, Nierenversagen, ZNS-Beteiligung und Lungenödem einher.
  • Der namensgebende Fieberverlauf mit Fieberzacken an jedem 3. Tag (M. tertiana) bzw. jedem 4. Tag (M. quartana) tritt nicht immer auf!
  • Bei Malaria tertiana und quartana können die Erreger über Jahrzehnte in der Leber persistieren und zu wiederkehrenden Fieberschüben führen.
 
Diagnostik
  • Malaria-Direktnachweis im Dicken Tropfen (hohe Sensitivität) und Blutausstrich (Unterscheidung der verschiedenen Spezies, Bestimmung der Parasitendichte)
  • Malaria-Schnelltest: Antigen-Nachweis von P. falciparum und P. vivax/P. ovale, geringere Sensitivität als Dicker Tropfen
  • Nachweis von Malaria-AK: Nachweis einer zurückliegenden Infektion, nicht geeignet zur Akutdiagnostik!
 
Therapie und Prophylaxe
Die Therapie und Prophylaxe sollte nach den jeweils aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin erfolgen.
 
Meldepflicht
Direkter und indirekter Erregernachweis sind nicht-namentlich meldepflichtig an das Robert-Koch-Institut nach § 7 IfSG (Ergänzung des Meldebogens durch den behandelnden Arzt).
Literatur
Cox-Singh J, Singh B. Knowlesi malaria: newly emergent and of public health importance? Trends Parasitol 24: 406-10, 2008. (60)