Ammoniak im Plasma

Kategorie Laboruntersuchung
Stand19.06.2024
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeEnzymatisch, Photometrie
Material1 ml EDTA-Plasma (tiefgefroren)
Indikation
Zerebrale Symptome bei Lebererkrankungen, portocavalem Shunt, V. a. angeborene Stoffwechselstörungen bei Kindern mit Enzephalopathie
AbnahmePlasma sofort nach Blutentnahme unter Kühlung (Eisbad) gewinnen.
Richtwert
Erwachsene:      11 - 35 µmol/l
Kinder
 bis 10 Tage:  100 - 200 µmol/l
 bis 2 Jahre:   40 -  80 µmol/l
Interpretation
Erhöht bei Leberinsuffizienz (Leberzirrhose, Coma hepaticum), portocavalem Shunt, angeborenen Stoffwechselstörungen (Harnstoffzyklus u. a.)
Falsch hohe Werte bei hoher Gamma-GT sowie bei Nichteinhaltung der Präanalytik.
Zusatzinformation
Hintergrund
Ammoniak (NH3) entsteht beim Eiweißabbau durch Desamidierung von Aminosäuren, vorwiegend zellulär, zu 25 % im Darmlumen durch die bakterielle Flora und Mukosa-Enzyme. Nach Magen-Darm-Blutungen fällt es stark vermehrt an. Die Entgiftung erfolgt vorwiegend in der Leber durch Umwandlung zu Harnstoff. Ammonium im Blut liegt bei pH 7,4 zu 98 % als NH4+, nur zu 2 % als NH3 vor; bei Alkalose erhöht sich der Anteil des ZNS-toxischen NH3.
 
Bewertung
Erhöht bei schweren Leberparenchymschäden (Zirrhose, Leberkoma) und portocavalem Shunt, bei Säuglingen und Kleinkindern mit angeborenem Enzymdefekt des Harnstoffzyklus, Anhäufung von organischen Säuren, Reye-Syndrom.
 
Einflussfaktoren
"Falsch" hohe Werte bei erhöhter Gamma-GT (Ammoniakbildung aus Glutamat) sowie bei Nichteinhaltung der Versandbedingungen (Plasma sofort nach Blutentnahme unter Kühlung (Eisbad) gewinnen).
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Juli 2022.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2023.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2023.pdf
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